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Bernardí Roig: "Practices to smell the light"
6. September - 12. Oktober 2013

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Die Galerie Stefan Röpke freut sich, die dritte Einzelausstellung „Practices to smell the Light“ des spanischen Künstlers Bernardí Roig vom 6. September bis 12. Oktober 2013 * zu präsentieren.

Die Ausstellung zeigt Werke des Künstlers (Skulpturen und Zeichnungen), die im vergangenen Jahr entstanden sind und in denen der Künstler mit Hilfe seines einzigartigen Bildervorrats Überlegungen über die Darstellung, die Entfremdung, die Wiederholung, die Wegnahme der Erinnerung, das Übermaß an Licht, die Isolierung, das Unübersetzbare und die Angst vor Einflüssen reflektiert.

Den Tenor der Ausstellung setzt eine Figur in Lebensgröße, eingepfercht und mit auf den Rücken gebundenen Armen. Sie versucht – als einzige symbolische Möglichkeit – eine Glühlampe zu lecken und damit den leeren Raum um den Betrachter unter Spannung zu setzen. Eine weitere kleinere Figur wird in ihrem verzweifelten Versuch das Licht zu riechen durch einen Wasserfall an fluoreszierendem Licht zerdrückt. Dem Bild wird kein Platz mehr gelassen, sich an das Auge anzupassen, alles stürmt auf einen inneren Abgrund zu.

Bernardí Roig hat seit Ende der 1980er-Jahre eine verstörende Erfahrung der Obsession entfaltet. Seine Werke wirken manchmal wie Spiegel: Sie fangen unser Bild ein und verformen es oder sie stellen uns auf die andere Seite einer Theaterszene, die nur auf ihre Charaktere wartet. Die Szene ist immer schwierig, gefroren oder durchbrochen von einem künstlichen Licht.

Das gesamte Werk von Bernardí Roig in den letzten Jahren entstand im Schatten zweier, für ihn wesentlicher Fragen: Wie soll man mit dem ererbten ikonographischen Repertoire umgehen? Und wie soll man noch ein beständiges Bild schaffen, ein Bild, das uns in einen psychischen Abgrund wirft, in einer Welt, die übervoll ist mit Bildern? Sein Schaffen, das hauptsächlich von Literatur und Kino beeinflußt ist, folgt dem erzählerisch und theatralisch gezeichneten Weg zum Raum.

Die Ausstellung bezweckt es, die Reflektion der Natur kollektiver Vorstellungen in einer Zeit in der die neuen Medien und virtuellen Welten, mit der Überlastung von hyperkodifizierten Nachrichten, die uns überleben, dominieren, zu erfassen. Der endlose Fluss der Medienkommunikation setzte die Vorherrschaft der Sprache über die Authentizität der Erfahrung fest und hat mit einem Übermaß an Information jenes verborgen, was bereits aufgrund seiner Natur unsagbar ist: der die primären Triebe, die im Untergrund des Bewusstseins leben. Wenn der Verstand die Äußerung der Sprache ist, dann ist die Pantomime die Äußerung des Körpers.

„Wonach riecht das Licht?“ Diese Frage stellt sich Bernardí Roig und diese Idee hämmert unaufhörlich in seinem Kopf. Wir können unser Unbehagen kaschieren, weil wir wissen, dass das Licht nur nach den Gedanken riecht, die vom Sehvermögen eingefangen werden können, und dass die Dunkelheit zwar lügen kann, aber nach nichts riecht. Oder das glauben wir zumindest.

Fliegen können das Licht riechen, weil sie fähig sind, die elektrischen Signale zu decodieren und zu verarbeiten, die irgendein Ganglion ihres kleinen Gehirns interpretiert. Der Geruch ergibt sich für eine Fliege – nicht für uns – durch die Polarisierung ihrer Geruchsneuronen, die wiederum von der Erfassung eines flüchtigen Moleküls durch irgendeinen Rezeptor in ihren Membranen abhängt. Aber wir sind – noch – keine Fliegen.

Bernardí Roig lebt und arbeitet in Palma de Mallorca, Spanien. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, unter anderem der XXXVII Princess Grace Contemporary Art Foundation Award, Monaco (2003); der offizielle XXI Alexandria Biennial Award, Ägypten (2002); der Pilar Juncosa und Sotheby’s Special Award, Pilar and Joan Miró Majorca Foundation (1997) und der XXI International Biennial of Graphic Arts Official Award, Ljubljana, Slowenien (1995). Sein Werk wurde in zahlreichen Einzelausstellungen in prestigeträchtigen Institutionen weltweit ausgestellt, darunter Da2 Salamanca, Kunstmuseum Bonn, Kampa Museum Prag, PMMK Oostende Belgien, Museum Carlo Bilotti de Villaborghese Rom, und weiteren. Seine Arbeiten wurden auch in verschiedenen Gruppenausstellungen gezeigt wie den drei Ausstellungen im Rahmen der 54. Biennale in Venedig, “Shadows Must Dance” der Ca’Pesaro Galleria Internazionale d’Arte Moderna de Venecia, “Glasstress” im Palazzo Franchetti und “TRA- Edge of becoming” im Palazzo Fortuny. Seine Werke befinden sich in vielen Museen, Institutionen und Sammlungen wie z.B. der Fundación Miro de Palma de Mallorca, der CCCB Barcelona, dem Musee de Beaux Arts de Bruxelles BOZAR, La Tecla Sala Barcelona, dem Zhu Qizham Museum de Shanghai, dem Alburquerque Museum of Art in New Mexico, der La Fundacion Telefonica Madrid, und Palazzo Isimbardi Milán, neben weiteren.


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